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Die Häuser des Dorfes Boxgrün von 1644 bis 1878. Dr. Johann Endt. Prag 1937.

Die Häuser des Dorfes Boxgrün von 1644 bis 1878. Dr. Johann Endt. Prag 1937.

Das Dorf Boxgrün bestand bereits im Mittelalter. Denn in einer Urkunde vom 17. Oktober 1357 heiszt sein Name Pokozgrün. Bis zu diesem Tage gehörte es wie die Dörfer seiner nächsten Umgebung dem Kloster Postelberg. Damals aber trat das Kloster diesen seinen Besitz an Kaiser Karl IV. gegen Besitzungen in und um Saaz ab.
Wann und wie Boxgrün gegründet wurde, steht nicht fest. Gewöhnlich war der Hergang bei der Anlegung eines neues Dorfes ungefähr folgender. Der Besitzer einer groszen Waldmasse hatte von dieser geringen Nutzen. Daher dachte er daran, einen Teil davon durch die Anlegung eines Dorfes nutzbar zu machen. Man überlegte, wie viele Bauernhöfe in dem neuen Dorfe sein sollten und bestimmte darnach die Grösze der Fläche, die aus dem Walde herausgenommen werden sollte. Die weiteren Schritte überliesz der Grundbesitzer meist einem unternehmer - Lokator heiszt er meist -, der die neuen Ansiedler zusammenzubringen hatte. Es konnte ihm auch ein Roder zur Seite stehen, dessen Aufgabe es war, den Wald zu roden. Der Lokator muszte vom Grundbesitzer entschädigt werden, zum Beispiel durch das Erbgericht in dem neuen Dorfe. Ansiedler waren zu haben. In jedem Dorfe gab es eine Anzahl von Bauernsöhnen, die in ihrem Dorfe zu keinem Hofe gelange konnten, weil die Zahl der Höfe viel geringer war als die der Bauernsöhne. Die Aufgabe der neuen Siedler war nicht gering. Sie muszten sich eine Blockhutte bauen, den Wald roden und im ersten Jahre so viel Ackerboden gewinnen, dasz dessen Ertrag ihnen für das nächste Jahr die Lebensmittel gewährte. für das Vieh muszte auch genug Futter gebaut werden.

Nachtrag zu seite 1.
Durch den Tauschvertrag des Karl IV. mit dem Kloster Posltelberg war Boxgrün und acht andere Dörfer zum Schlosz Hauenstein gekommen, das Karls Vater Johann Luzenburg vom Kloster Doxan 1336 erworben hatte. Bei diesem Schlosz war zu geringer Grundbesitz in der Nähe. Diesen verschaffte sich der Kaiser vom Kloster Postelberg. In der Folgezeit hatten Leute aus verschiedenen Familien Hauenstein. Unter ihnen ist Wilhelm von Ilburg zu nennen, weil dieser wahrscheinlich die Burg Himmelstein erbaute. 1434 wird er ale Herr erwähnt. Von etwa 1470 bis 1528 war Hildebrand Sztaner von Drahowitz Besitzer von Hauenstein, dann dessen Söhne Ulrich und Wenzel, hierauf deren Söhne. 1528 verkauften diese Hauenstein und Himmelstein dem Grafen Heinrich Schlick von Passaun. Nach seinem Tode /1528/ traten seine Söhne Kaspar und Heinrich den Besitz an. Heinrich übergab seinen Teil seinem Bruder Kaspar. Weil sich dieser an dem Aufstande gegen König Ferdinand beteiligt hatte, muszte er 1547 das Gut, das er als Allod gekauft hatte, als Lehen übernehmen. Erst Kaspars Söhne Friedrich, Heinrich und Prokop erhielten 1574 es als Allod. Zuerst hatten sie die Güter gemeinsam später aber war Heinrich der Alleinbesitzer. Nach seinem Tode verkaufte sein Bruder Heinrich ale Vormund des Sohnes des Heinrich, namens Kaspar, 1587 Himmelstein mit einem Meierhofe, den Dörfern Höll, Endersgrün, Weigensdorf /einen Teil/, Mühlendorf, Kleingrün, Boxgrün und Wotsch. Der Käufer war Simon Ungand.
Durch diesen Kauf wurde Himmelstein und die genannten Dörfer aus dem Verbande mit Hauenstein gelöst. Simon Ungnad trat er das Gut Himmelstein an Christoph von Vitzthum auf Klösterle ab. Dadurch kam es an Klösterle. Allerdings Vitzthum verlor wegen seiner Beteiligung an der protestantischen Sache alle seine Güter, darunter Himmelstein.1623 kaufte dieses Gut wie auch andere der Freiherr Simon Christoph von Thun, Kommendator des ritterlichen Johanniterordens. 1629 wurde er in den Reichsgrafenstand erhoben. Bis zur Aufhebung der Patrimonialherrschaft blieb Boxgrün mit den anderen Dörfern bei der Herrschaft Klösterle.

Wie sehr die Herrschaften darauf bedacht waren, dasz ihre Einkünfte auch von Häuslern nicht geschmälert wurden, zeigt folgender Fall. In Höll wurde seit 1640 ein Häusel als Gemeindehäusel verkauft. 1698 wird im Kaufvertrag angeführt, dasz der Käufer jährlich an die Herrschaft 9 Kreuzer 2 Pfennige Zins zu zahlen habe, ferner dem Besitzer des Perschmannischen Gutes /Nr.11/ jährlich 3 Kreuzer Zins zu Georgi zu entrichten habe, weil der Backofen des Häusels auf Perschmannischem Grunde stand. Bei dem neuen Kauf von 1705 werden diese Bestimmungen widerholt und hinzugesetzt: „Wenn sich /der Käufer/ Augustin Löffler mit Georg Perschmann, auf dessen Grund der Backofen steht, nicht vereinigen oder Streitigkeit anfangen wollte, soll dieses Haus dem Gutsbesitzer verkauft werden, doch nach Erkenntnis des Amtes. „Alle diese Verfügungen werden im Kaufvertrag aus 1739 wieder gefunden. Aber als Mattes Perschmann 1740 das Häusel kaufte, wurde nur der Zins an die Herrschaft von jährlich 9 kr 2 pf eingetragen, ein Zeichen, dasz der neue Käufer der Besitzer von Nr.11 war. Dieser bemühte sich um die Feststellung, dasz das Häusel auf seinem Grunde stehe. Und das Amt fand unter Zuziehung des Richter von Höll, dasz es auf Perschmannischem Grunde vor alters erbaut worden war. Daher wurde Perschmann der bisherige Zins an die Herrschaft erlassen, doch hatte er gleich anderen auf Bauerngründen stehenden Hausgenossen-häuseln die Robot und Steuer zu entrichten. Dagegen war er verpflichtet, das Häusel von Grund wegzureiszen und nicht mehr aufzubauen. Und der Graf fügte bei: „Jedoch wird mein Amt allda bedacht sein, damit ein neues Häusel erbaut und dann Schuldigkeit darauf gelegt werde“. Also wegen des Verlustes von jährlich 9 kr 2 Pf und einer Fuszrobot muszte das Häusel abgetragen werden. Die Fuszrobot wurde Perschmann auch
nachgesehen.

Aus dieser ersten Zeit haben wir keine Nachrichten über Boxgrün. Die erhaltenen Grundbucher beginnen erst mit dem Jahre 1644. Das hat seinen Grund darin, dasz 1639 die Schweden Stadt und Schlosz Klösterle in Brand steckten. Dabei gingen die früheren Grundbucher und die anderen Schriften zugrunde. Es muszten daher neue Grundbucher angelegt werden, in denen die Kaufverträge der Besitzer bis zum 5.Dezember 1644 eingetragen wurden. Es sind vier alte Grundbucher bis zur Anlegung des neuen Grundbuches in seiner jetzigen Gestalt vorhanden. Das erste stammt aus 1544 - im folgenden wird es mit /I/ bezeichnet -, das zweite legte der damalige Hauptmann der Herrschaft Klösterle Johann Egermann 1684 an /II/, der Anfang des dritten /III/ gehört dem Jahre 1765 an und das vierte wurde 1815 begonben /IV/. In diesen Grundbüchern sind die Kaufverträge wörtlich aufgenommen, auch die Zahlungen, die geleistet wurden.
Zu diesen Grundbuchern kommen noch die Kataster, die in den Jahren 1653 - die Steuerrolle -, 1713 /die Revision der Steuerrolle/ und 1749 /der Theresianische Kataster/ aufgenommen wurden. Zu ihnen kommt der Josefinische Kataster vom Jahre 1785, der als erster die Hausnummern enthält. Diese wurden auf Befehl des Kaisers Josef II. eingefuhrt. Andere Herrschaften haben auch eine Revision der Steuerrolle aus dem Jahre 1676. Darüber ist keine Schrift von der Herrschaft Klösterle vorhanden. Es waren also keins Veränderungen gegenüber 1653 eingetreten.
Die ältern Grundbucher sind nicht immer genau gefuhrt worden. So kannte man die Einantwortung von dem verstorbenen Besitzer an dessen Witwe nicht. Wenn eine Witwe verkauft, fehlt vielfach der Name ihres verstorbenen Mannes. Es kommt auch vor, dasz ein Häusler stirbt, seine Witwe wieder heiratet, worauf sie stirbt und der zweite Mann eine zweite Frau nimmt, die nach dessen Tod das Häusel verkauft, ohne dasz die Zwischenglieder im Grundbuch vorhanden wären. um diese Verhältnisse klar zu stellen, bedarf es noch einer Quelle. Diese ist die Matrik, die bei der Pfarrei des Ortes gefuhrt wird. Alle Nachrichten, die später als der Matrik angehörig bezeichnet sind, verdanke ich der Gute und Freundlichkeit des Herrn Pfarrers in Wotsch P. Franz Kunz. Ich sage ihm hier den aufrichtigsten und besten Dank für seine Unterstutzung.
Für das folgende bemerke ich, dasz mit St die Steuerrolle, mit R die Revision aus 1713, mit Th der Theresianische Kataster aus 1749 und mit JK der Josefinische Kataster aus 1785 bezeichnet werden. Ntop ist die topographische Nummer, unter der ein Haus oder ein Grundstuck im JK verzeichnet ist. Von diesem Kataster erhielt jede Gemeinde eihe Abschrift und jeder Besitzer einen Fassionsbogen über seinen Besitz. In ihm waren alle seine Grundstuck enthalten, die zu seinem Hause gehörten.

Nunmehr gehe ich daran, das Verzeichnis der Häuser nach St, R und Th aufzuschreiben. Es wlrd bemerkt, dasz die Reihenfolge in allen drei dieselbe ist.

Z. 1653 1713 1749 Hausnummer
Der Landwirts
1 Mattes Weber Martin Weber Johann Bayer 15
2 Georg Weber Christian Kunz Josef Kunz 2
3 Martin Fuchs Christoph Fuchs Anton Placht 38
4 Georg Feigel Hans Georg Feigel Mattes Feigel 37
5 Adam Weber Dorothea Weber Susanna Weber 30
Das Bauernhaus
6 Mattes Rollinger Hans Fischer Anton Fischer 35
7 Bartel Rollinger Andreas Rollinger Mattes Rollinger 32
8 Georg Kilian Mattes Kilian Johann Weber 31
9 Martin Kunz Georg Kunz Johann Kunz 8
10 Veit Weber Georg Weber Johann Weber 7
11 Thomas Kunz Anton Fuchs Josef Fuchs 29
12 Bartel Weber Hans Perschmann David Perschmann 28
13 Hans Rollinger Michel Kunz Christoph Kunz 25
14 Hans Wolf Christoph Weber Johann Kunz 19
15 Franz Kunz Christoph Kunz David Kunz 11
16 Hans Fischer Andreas Fischer Franz Fischer 5
17 Mattes Kunz Mattes Weber Christian Weber 39
18 Michel Kunz Martin Weber d. Jung. Josef Weber 23
19 Hans Fürst Hans Fürst Josef Fürst 18
20 Mattes Kunz Mattes Kunz Franz Rollinger 17
21 Peter Fischer Christoph Fischer Andreas Fischer 24
22 Georg Wirth Elisabeth Wirth Josef Glaser 20
an die Gemeindegrund
23 Thomas Weber Elisabeth Kunz Christoph Kunz 41
24 Georg Weinling Georg Weinling Eingegangen --
25 Jakob Puckler Christoph Kilian Josef Weber 36
26 Georg Kunz Mattes Weber d. Jung. Josef Löffler 14
27 ---------------- Mattes Weber d. Aelt. Mattes Kunz 27
28 ---------------- Georg Rollinger Johann Rollinger 26
29 ---------------- Hans Weber Andreas Kunz 22
30 ---------------- Christoph Weber Franz Placht 21
31 ---------------- Georg Feigel Dorothea Pelzer 4
32 ---------------- Georg Weber Christoph Totzauer 3
33 ---------------- Jakob Kunz Maria Weber 1
34 ---------------- Mattes Feigel Josef Haas 40
35 ---------------- Hans Fuchs Mattes Kilian 33
36 ---------------- ---------------- Franz Löffler 13

Die Steuerroll nennt die Bauern unter Z.1 bis 5 Halbbauern, die unter 6 bis 22 Chalupner und 23 bis 26 Häusler auf Gemeindegrund. In Th sind die doppelten Vornamen vereinfacht. In einer Beilage aber sind sie beibehalten, daher liest man unter Z.1 Hans Michel Bayer, unter Z.8 und 10 Hans Georg Weber.
Von Z.1 bis 36 sind es die Hausnummern:15, 2, 38, 37, 30, 35, 32, 31, 8, 7, 29, 28, 25, 19, 11, 5, 39, 23, 18, 17, 24, 20, 41, --, 36, 14, 27, 26, 22, 21, 4, 3, 1, 40, 33, 13.
Der Josefinische Kataster ist nach anderen Gesichtspunkten aufgenommen, so dasz kein Zusammenhang zwischen ihm und den alteren Katastern besteht. Doch wird bei jedem Hause, das im JK angeführt ist, im folgenden Ntop und Hausnummer angegeben werden.
Weil bei den Häusern auch deren Preis angegeben wird, sei bemerkt, dasz man im 17. Jahrhundert nach Meisznischen Schock rechnete. Jedes hatte 60 Groschen, jeder Groschen 7 Pfennig oder Denare. Daher hatte das Schock 420 Denare. Aber im 17. Jahrhundert setzte sich die Rechnung nach Rheinischen Gulden durch. Jeder hatte 60 Kreuzer, jeder Kreuzer 6 Denare oder Pfennig, aber von demselben Werte wie ein Pfennig deg Meisznischen Schockes. Der Rheinische Gulden hatte demnach 360 Denare, also um 60 weniger als das Meisznische Schock. Ein Schock war daher mit einem Rheinischen Gulden und 60 Denaren zu bezahlen oder mit einem Gulden 10 Kreuzer. Man sprach daher auch von einem Schock zu 70 Kreuzer. Somit waren 6 Schock gleich 7 Rheinischen Gulden. Der Rheinische Gulden bestand bis zum Finanzpatent vom Jahre 1811, mit dem der Wert dieser Münze herabgesetzt wurde. Es wurden Bankozettel eingefuhrt. Fünf von ihnen machten einen Gulden Wiener Währung /WW/ aus. und zwei und ein halber Gulden WW ergaben einen Gulden Konventionsmunze /CM/. 1858 wurde die Oesterreichische Währung in Verkehr gesetzt, die den Gulden zu 100 Kreuzer rechnete. Die früheren Gulden hatten alle 60 Kreuzer. Ein Gulden Oesterreichischer Wahrung /OeW/ betrug weniger als ein Gulden CM, man muszte noch 5 Kreuzer dazu zahlen. Der Wert des Meisznischen Schockes war verschieden. So galt es 1544 2 fl 36 kr OeW, 1619 1 fl 16 kr OeW, 1620 bis 1623 nur 44 kr OeW, 1624 aber wieder 2 fl 23 kr OeW; ein Gulden Rheinisch galt seit 1637 87 1/2 Kreuzer OeW.

Die Wirtschaften wurden so gekauft, dasz der Käufer ein Angeld erlegte, den übrigen Betrag aber in jährlichen Nachzahlungen tilgte, z.B bei einem Kauf-schilIing von 100 Schock wurden 10 Schock Angeld erlegt, die jährlichen Nachzahlungen betrugen 5 Schock. Bei dem Kaufpreis von 2OO Schock wurden in einem Falle 30 Schock Angeld bedungen, sonst jährliche Zahlungen von 10 Schock. Aber die Zahlungen wurden vielfach „versessen“, das heiszt nicht entrichtet oder erst in einem späteren Zeitraum. Im Grundbuch wurden die Zahlungen eingeschrieben. Es kam vor, dasz die Geschwister von dem Bruder als Käufer das Geld nicht erhielten, sondem erst ihre Erben. Das sind, dann die alten Erben. Wenn der Besitzer Schaden durch eine Feuersbrunst erlitten hatte, ereignete es sich, dasz ihm seine Geschwister dadurch zu Hilfe kamen, dasz sie eine oder zwei Nachzahlungen ihm schenkten. Wie die Erben oft auf ihr Geld warten muszten so auch die Handwerker, der Schmied, der Wagner, der Schuster. Auch der Wirt bekam manchmal erst aus der Verlassenschaft seines Schuldners sein Geld.

Diskuse

[1]  hans-georg-mattes feigel oder ignatz feigel aus wotsch, mail

wer kann mir was über die familie feigel aus wotsch und oder boxgrün zwischen 1600 und 1770 schreiben? interessant wäre auch´etwas aus boxgrün 36, wenzel kilian was zu erfahren. vielen dank. fischer

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