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Die Schüllern aus Krupka und Geising:Zusammenarbeit tschechischer und deutscher Kinder beim Wiederentdecken des erloschenen Lebens und der Dörfer im Osterzgebirge.

Das Projekt "Vorderzinnwald- das Leben unserer Vorfahren im Osterzgebirge" ist ausgerichtet auf die Zusammenarbeit tschechischer und deutscher Kinder beim Wiederentdecken des erloschenen Lebens und der Dörfer im Osterzgebirge.
Bei der Arbeit in unterschiedlichen gemischten Gruppen werden die Kinder (max.24) unter Anleitung der Pädagogen Literatur und Quellen (alte Landkarten und Fotos) durcharbeiten, die zum Thema der erloschenen Ortschaft Vorderzinnwald passen. Die deutschen Kinder verwenden Informationen aus Erzählungen der Einheimischen und Augenzeugen, welche sich nach der Zwangsausweisung in Geising ansiedelten. Thematisch bezieht sich das Vorhaben vor allem auf den Alltag der Leute dort, d.h. Männer, Frauen und Kinder im Zeitraum vom Ende Österreich-Ungarns bis zur 1. Tschechoslowakischen Republik, ihre Arbeit (Landwirtschaft, Bergbau), örtlich spezifische Kunsthandwerke, Bräuche, Traditionen, Feiertage, volkstümliche Poesie, Kleidung, Werkzeuge, die ortsübliche Architektur und Bebauung in diesem Grenzgebiet. Bestandteil der theoretischen Arbeit wird auch eine Geländeexkursion im Gebiet der ehemaligen Ortschaft in Begleitung Einheimischer und Augenzeugen sein.
Abschluss des Projektes: Alle von den Kindern zusammen getragenen Informationen werden zum jeweiligen Thema sortiert und wesentliche Fakten daraus ausgewählt, welche dann zweisprachig und in Form einer Übersicht im großen Plakatformat (flip chart) vorgestellt werden. Während häufiger gemeinsamer Debatten, gelenkt von den Lehrern, entscheiden die Kinder unter Beachtung der im Wesentlichen vorgegebenen Kriterien (übersichtlicher Text, Bilder/ alte Fotografien,Landkarte, Symbol) über die endgültige Gestaltung der 12 Lehrtafeln über das erloschene Leben und Dorf Vorderzinnwald. Dem entsprechend lässt dann die tschechische Seite der Partnerschaft die 12 Lehrtafeln anfertigen, die dann die Schüler gemeinsam unter Berücksichtigung des Grenzgebietes und seiner Veränderungen im Laufe der Zeit und in Bezug auf das festgelegte Thema entlang öffentlicher Wege (Wander-, Rund- und Skiwege) aufstellen werden.
Das Projekt knüpft an das vorangegangene Treffen sächsischer und tschechischer Schüler im Oktober 2008 an, wenn sie an der Grenze ungefähr auf halben Weg zwischen Graupen und Geising einen Baum der gemeinsamen Freundschaft gepflanzt haben. Absichtlich auf der Fläche des verschwundenen Ortes Vorderzinnwald als einem symbolischen Platz von Schicksalsbegebenheiten am Ende der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts, wo sich die Völker an dieser Grenze Europas entfremdet haben.
ZŠ při BGB und Mittelschule Geising veranstalten gemeinsame Aktionen seit Herbst 2007, als der Vertrag über die Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen beiden Schulen unterzeichnet wurde und in Beziehung zur längst bestehenden Städtepartnerschaft Graupen und Geising steht.
Sinn und Ziel dieses Projektes ist es, die historischen Besonderheiten dieses Territoriums auch für die zukünftigen Generationen zu bewahren, keinen dicken Strich unter die Geschichte unserer Vorfahren zu machen, sondern aus dem Vermächtnis der Vergangenheit heraus ein Zusammenleben in einem vereinten Europa aktiv zu gestalten.
Nur wenige Kinder in den Grundschulen in Tschechien und auch in Sachsen wissen, wer da (im Grenzgebiet) bis 1945-47 gelebt hat. Das Projekt versucht diese, in den letzten 60 Jahren absichtlich ausserachtgelassene Geschichte zu erklären. Gleichzeitig ist es Ziel den Kindern zu zeigen, dass dank ihrer Arbeit die Öffentlichkeit mehr erfährt, wie unserer Vorfahren auch unter sehr rauen klimatischen Bedinungen auf einem kargen Boden mit einem minimalen Verdienst lebten, weit von den großen Städten, über ihre Bescheidenheit und wie sie sich der Natur anpassten.
Ein grosser Teil der Aussiedler aus den Ortschaften des Gebirgskamms des damaligen Gebietes Tepliz hat sein neues Heim in sächsischen Geising gefunden( ca. 25% aller Einwohner). Die heutige Generation sächsischer Kinder könnte durch Gespräche mit den Zeitzeugen die vergessene Geschichte öffnen und zugleich dank der Zusammenarbeit in dem Projekt gemeinsam mit den tschechischen Kindern die Grenze zwischen der Mentalität und den Vorurteilen über die andere Nation durchbrechen helfen. Das Thema der Vertreibung ist heute noch zu den offiziellen Begegnungen der Tschechen und Deutschen im Grenzgebiet eher ein Tabu. Deshalb ist auch bis heute die Frage ein Tabu, wie und wo die sogennanten Sudetendeutschen gelebt haben.
Das Projekt hat eine echte heimatkundliche Tendenz, die Schüler von beiden Seiten werden dabei ein Gefühl für ihre Umwelt entwickeln. Im Output des Projektes soll bei den Bürgern beider Seiten der ehemaligen Grenze ein gefühlvoller und aufnahmefähiger Zugriff zum Natur- und Kulturerbe anregt werden. Dank seines Formats und Realisation ist es nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene eine gewisse Erziehung zu einem geeinten Europa und zur dauernhaften guten Nachbarschaft und zugleich ist damit die Partnerschaft zwischen Geising, Graupen und Eichwald ein beispielhaftes Vorbild.

Diskuse

[1]  Schmidt, Jürgen, mail

Guten Tag Herr Petr Mikšíček. Ich freue mich sehr über dieses Projekt mit den Schülern. Der hier vorgestellte Text dazu ist wunderschön und gut formuliert. Soetwas brauchten alle Schulen und Geschichts- und Heimatkundelehrer in Sachsen. Herzlichen Dank für Ihre große Mühe zum Gedenken der Menschen deutscher Zunge, die viele Jahrhunderte im Grenzgebiet lebten. Freundliche Grüße Jürgen Schmidt, aus Radeberg -früher Görkau / Jirkov

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Tento projekt byl spolufinancován z prostředků EU v rámci iniciativy Společenství INTEREG IIIA