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17.5.2009 „Zu(g)kunft Erzgebirge

Die erzgebirgischen Grünen haben am vergangenen Sonntag an der grenzüberschreitenden Aktion „Schienen statt Schwerlast-Straßen“ teilgenommen. Dazu hatten die Bürgerinitiative gegen den Bau der B93 und die tschechische Initiative "Bürger für Lebensqualität im Erzgebirge" aus Anlass des 110. Bestehens der Bahnstrecke Johanngeorgenstadt – Karlovy Vary/ Karlsbad gemeinsam eingeladen.
Dr. Hartmut Kahl, sächsischer Bundestagskandidat aus dem Erzgebirge, freute sich über das Engagement:
„Es ist ein gutes Signal für das Zusammenwachsen unserer Grenzregion, dass Tschechen und Deutsche als europäische Bürger vor Ort einen klaren Standpunkt beziehen, anstatt sich mit den undurchsichtigen Entscheidungen in den Hinterzimmern der Regierungskanzleien abzufinden.“

Nach der Anreise mit der Erzgebirgsbahn fand in Horní Blatná/ Platten mit ca. 150 Teilnehmern das „Europa-Forum Zu(g)kunft Erzgebirge“ statt, bei dem über Perspektiven des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs diskutiert wurde.

Herr Robert Koutny von der Karlsbader Bahnverwaltung informierte über die jüngsten Bau- und Modernisierungsvorhaben auf der Strecke und betonte die Perspektiven des Bahnverkehrs für den örtlichen Personennahverkehr, den Tourismus und den Güterverkehr.

Herr Miroslav Zitka, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Bezirk Karlsbad, warb für eine Bahnverbindung zwischen Karlovy Vary und Zwickau mit einer Fahrzeit von 90 Minuten, die sich mittelfristig in die Strecke Wien-Prag-Berlin eingliedern müsse.
Jan Dusik, stellvertretender tschechischer Umweltminister und Spitzenkandidat der tschechischen Grünen für die Europawahl, beschrieb die nachteiligen Folgen des Schwerlastverkehrs als eine Schattenseite des europäischen Binnenmarktes und sprach sich für eine Stärkung der Schiene als umweltfreundlicheres Verkehrsmittel aus.
Der Bau einer autobahnähnlichen Transitstraße über den Erzgebirgskamm von Zwickau nach Karlovy Vary stieß auf vehemente Ablehnung. So auch bei Johanngeorgenstadts Bürgermeister Holger Haschek (SPD), der allerdings für einen Neubau mit Tunnel- und Brückenbauwerken oder einen teilweisen Ausbau schon bestehender Straßen eintrat.

Milan Horacek aus Prag und Gisela Kallenbach aus Leipzig, beide Mitglieder des Europäischen Parlaments in der Fraktion der European Greens, nahmen aus den Händen von Dr. Jürgen Schreckenbach, dem Sprecher der Bürgerinitiative, 11.000 Unterschriften gegen den Bau der Straße entgegen, die sie dem Europäischen Petitionsausschuss übergeben werden.

Peter Maglia von dem tschechischen „Bürgerverein für Lebenqualität im Erzgebirge“ kündigte seinerseits die Übergabe einer Petition an die Karlsbader Bezirksregierung an, deren Vertreter sich am Sonntag wegen anderer Termine entschuldigen ließ. Dazu Petr Maglia: " Wir erwarten, die Gelegenheit zu haben, unsere Platten-Petition protokollarisch zu übergeben. Die Stellungnahme des Karlsbader Kreis-Amtes als Mitglied zwischenstaatlichen Verhandlungsgruppe ist klar - die neue Kreis-Regierung hat im Januar 2009 einen neuen Strassen-Transit-Korridor abgelehnt. Aber den Strassen-Neubau für die Strasse II/221 mit Kapazitätssteigerung ist weiter geplant. Das Karlsbader Strassen-Bauamt will im Jahre 2009 den II/221-Strassenabschnitt von Pernink nach Horni Blatna rekonstruieren, aber nur ein Teilstück bis zu der Stelle, wo die neue Umgehungsstrasse von der gegenwärtigen II/221-Strasse abzweigen soll. Damit wird die Forderung der Stadt Horni Blatna vom 20.6.2007, keine Umgehungsstrasse zu bauen, nicht erfüllt. Unsere Platten-Petition ist an den Hauptmann des Kreises Karlsbad adressiert und spricht sich gegen Straßenneubauten in der freien Erzgebirgsnatur aus, da diese Planungen auch im Widerspruch zum Lokalbewohnerinteresse stehen, konkret in Horni Blatna und in Pstruzi."

Im Anschluss an das Forum erklommen die Teilnehmer nach einer geologisch geführten Wanderung den Plattenberg (1043 m. ü N.N.), um den Tag mit einem „Europäischen Weitblick“ zu beenden.

Ueber einer symbolischen Gueterverladung am Bahnhof Johanngeorgenstadt informierte Regionalfernsehen KabelJournal - Kopie ist zu sehen: http://buergerinitiative-b93.de/CMS/index.php?option=com_content&task=view&id=49&Itemid=1

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Tento projekt byl spolufinancován z prostředků EU v rámci iniciativy Společenství INTEREG IIIA