Česky Deutch

Weihnachtsgruss, vánoční pozdrav

Eiserne Weihnachtskrippe aus Neudek

In vielen christlichen Familien und Kirchen wird vom Heiligen Abend bis zum Dreikönigsfest eine Krippe aufgestellt. Sie zeigt das neugeborene Jesuskind in einer Scheune, umgeben von Maria und Josef, von Hirten, Ochs und Esel und von Schäflein. Am Dreikönigstag gesellen sich noch die Heiligen Drei Könige dazu. Die Krippenumgebung variiert von einer Wüstenlandschaft über Dorf- oder Stadtrandgebiete bis zu einer Gebirgslandschaft mit Fichten und Tannen, letztere besonders im Erzgebirge. Die Figuren sind aus Ton gebrannt oder aus Holz geschnitzt und bei besonders aufwändigen Ausführungen sogar mit echten Textilgewändern bekleidet. Eine Besonderheit stellt die so genannte Neudeker Weihnachtskrippe dar, die aus einer Eisenlegierung gegossen ist. Sie wird im Heimatmuseum Stadt und Landkreis Neudek in Augsburg- Göggingen ausgestellt und besticht durch ihre schlichte Ausführungsform. Die Krippe umfasst nur die „Kernfiguren“ Jesus, Maria und Josef und einen Hirten mit einem Kind. Ursprünglich gehörten sicher weitere Figuren und Tiere und ein Stall dazu, aber diese sind verschollen. Ein Heimatfreund erstand die Kernfiguren auf einem Flohmarkt und stellte sie dem Heimatmuseum zur Verfügung. Über die Entstehungsgeschichte dieser Krippe war von noch lebenden Neudekern der Erlebnisgeneration zu erfahren: Die Eisenwerke Neudek-Rothau AG waren zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein bedeutender Industriebetrieb in Neudek mit 1000 Beschäftigten. In Folge der Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanzigerjahre musste das Unternehmen im Jahr 1931 seinen Betrieb einstellen. Nur etwa 30 Arbeiter fanden noch eine Zeit lang einen spärlichen Broterwerb mit Aufräum- und Abrissarbeiten. Sie verdienten mit Bastelarbeiten ein paar Kronen dazu und schufen unter anderem Gießformen für Krippenfiguren. In diese gossen sie von Hand eine Eisenlegierung und bemalten dann die Figuren von Hand. Wie viele dieser „Neudeker Weihnachtskrippen“ hergestellt wurden, ist nicht bekannt. Der künstlerische und historische Wert dieser etwa 81 Jahre alten Krippenfiguren ist sicher nicht hoch, der ideelle Wert ist jedoch als Dokument des industriellen Niederganges des Erzgebirges nach dem 1. Weltkrieg und des Überlebenswillens seiner Bewohner unbezahlbar.
Allen Leserinnen und Lesern des Neudeker Heimatbriefes wünsche ich mit diesem Motiv aus der Heimat „Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr“, ebenso allen Tschechen, die uns wohl gesonnen sind „Radostné Vánoce a št’astný Nový Rok“.

Josef Grimm

Diskuse

[1]  jon nejdek, mail

Weihnachtskrippe

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Dieses Projekt wurde aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen der Initiative INTEREG IIIA teilfinanziert.