Česky Deutch

Trauer um Erich Sandner


Am 14. Januar 2015 ist nach kurzem Krankenhausaufenthalt Erich Sandner verstorben.
Der am 28. September 1925 in Bernau im Kreis Neudek geborene Erich Sandner ist bei seiner Vertreibung 1946 nach Augsburg gekommen und wie viele andere Neudeker schließlich In Göggingen gelandet. Dort hat er sich sehr bald um die Belange der „Flüchtlinge“ gekümmert und so blieb es nicht aus, daß sich die „Neudeker“ in der aufstrebenden Marktgemeinde Göggingen nicht nur in den Vereinen wie Arbeiterwohlfahrt, Naturfreunde und Volkschor engagierten, sondern sich auch in die Kommunalpolitik aktiv eingebracht haben.
Die Gründung der Heimatgruppe „Glück auf“ Stadt und Landkreis Neudek und die Patenschaft der Stadt Göggingen waren ihm stets eine Herzensangelegenheit. Seine berufliche Tätigkeit als Beamter im gehobenen Dienst bei der Regierung von Schwaben hat er trotz der vielen Ehrenämter gewissenhaft erfüllt und ist als Oberamtsrat ausgeschieden. Darüber hinaus wurde ihm von der Ludwig-Maximilians-Universität München im Jahre 1977 der akademische Grad „Dipl. sc. pol.“ (Diplompolitologe) verliehen.
Besonders Erich Sandner war es, der seine ganze Kraft ein Leben lang der Gemeinschaft, der Allgemeinheit widmete. Er wirkte weit in die Mitte der Gesellschaft hinein. Er war Marktgemeinde-Stadtrat und Bürgermeister in Göggingen, Mitglied des Kreistages Augsburg und nach der Eingemeindung 1972 Stadtrat in Augsburg, davon einige Jahre Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. 18 Jahre lang hatte er den Vorsitz der Gögginger SPD inne. Er brachte es maßgebend fertig, die SPD in Göggingen zur Mehrheits- und Bürgermeisterpartei zu führen. Erich Sandner war kein Mensch, der jedem politisch nach dem Munde sprach. Er war Freigeist, Humanist und Demokrat ohne Fehl und Tadel.
Für ihn ist es auch deshalb bezeichnend, daß er sich in der Esperanto-Bewegung sehr engagierte und sogar einen Esperanto-Weltkongress mit nach Augsburg brachte. Eine besondere Aufgabe sah Erich Sandner in der Unterstützung der „Seliger Gemeinde“, einer Gesinnungsgemeinschaft ehemaliger sudetendeutscher Sozialdemokraten, deren Zeitschrift „Die Brücke“ er bis zur Einstellung redaktionell betreut hatte. Besonders erwähnenswert ist auch seine Mitgliedschaft im parteiunabhängigen Sudetendeutschen Rat und im Stiftungsrat der Sudetendeutschen Stiftung sowie im Kuratorium des Hauses des Deutschen Ostens in München. Für sein weitreichendes und selbstloses Engagement konnte er viele Ehrungen, wie die Mitarbeiter-Jubiläumsnadel in Gold vom VdK, die Richard-Reitzner-Medaille, sowie den Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis entgegen nehmen. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes war sicherlich für ihn die größte Anerkennung.
Erich Sandner war eine herausragende Persönlichkeit, vor der sich alle die ihn kannten, in großer Dankbarkeit verneigen.
Herbert Götz

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Dieses Projekt wurde aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen der Initiative INTEREG IIIA teilfinanziert.