Česky Deutch

12.6.2010 Freie Presse "Gegner der Bundesstresse 93/neu lassen nicht locker

Johanngeorgenstadt. Die Gegner von Straßenneubau-Projekten in der Region lassen nicht locker. "Gemeinsam für den Erzgebirgskamm", so lautete das Motto einer grenzüberschreitenden Wanderung von Hornì Blatna (Platten) nach Oberjugel in Johanngeorgenstadt. Diese Tour im Verlauf der geplanten B 93/ neu nach Karlsbad war von der Bürgerinitiative B 93 organisiert worden und fand in tschechischen Medien starke Beachtung.
"In Karlsbad steht in wenigen Tagen die Fortschreibung des Regionalplans, also auch der Verkehrsplanung, an", erklärt der Sprecher der Bürgerinitiative auf deutscher Seite, Hans-Jürgen Schreckenbach, den Hintergrund der aktuellen Aktion. "Die tschechische Initiative ,Bürger für Lebensqualität im Erzgebirge' und der Gemeindeverbund Bystrice- Tal lehnen eine neue Fernverkehrsstraße entschieden ab", verweist er auf Gleichgesinnte auf der anderen Seite des Kamms. Besonders wichtig ist dabei für die Aktivisten, dass die Ablehnung des deutschen Projekts - Fernverkehr mit unbegrenzter Tonnage auf der neuen, verlängerten B 93 - durch die tschechische Regierung weiterhin Bestand hat. "In Dresden zielte man bisher auf einen Planungsbeginn 2011. In Berlin und Dresden geht man also offenbar von einem zeitlich begrenzten Nein aus Tschechien aus", verdeutlicht Schreckenbach das Problem.
Selbst rückläufige Verkehrszahlen von 2000 bis 2008 (Zählpunkte gab es vor Schneeberg und auf der S 272 im Tal des Schwarzwassers) hätten nur bedingt Einfluss auf die Planung der B 93/neu, erfuhr die Bürgerinitiative aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium. Die Planungen würden grundsätzlich auf Modellprognosen basieren. "Wir sind aber froh, erste Ziele unseres Wirkens ,in Arbeit' zu sehen", sagt Schreckenbach. So werde der geforderte Masterplan für die Region in Form einer Studie der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH Deges in Angriff genommen. Regionale Lösungsideen sollen darin einfließen. Die Studie bleibe vorerst nicht öffentlich, soll aber zu gegebener Zeit unter anderem den Bürgermeistern vorgestellt werden. "Zu hoffen ist in jedem Fall, dass die Streusiedlung Jägerhaus nicht zu einem Verkehrskreuz von B 93/neu, S 273 und S 274 mutieren muss", so der Sprecher der Bürgerinitiative.
Bevor die etwa 70 Teilnehmer der jüngsten Wanderung, etwa zur Hälfte aus Tschechien und Deutschland, auf dem Plattener Markt aufbrachen, informierten sie Passanten, Touristen und Anwohner über das Anliegen der Veranstaltung informiert. Über Ochsendorf und alte Kaiserstraße unterhalb des Rammelsbergs ging es Richtung Jugel. An ausgewählten Stellen mit guter Aussicht gab es Erläuterungen zum möglichen Straßenprojekt.
"Um den Erhalt der Landschaft zu fordern und die Ablehnung des Projekts B 93/neu in der Region zu unterstreichen, gibt es am 20. August ein Konzert mit den Randfichten", kündigt die Initiative an. (stl)

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Dieses Projekt wurde aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen der Initiative INTEREG IIIA teilfinanziert.