Česky Deutch

Kapitel 7 - Der neue Keilberg

Franz Josef Aussichturm am Keilberg im Jahr 1901Die heute zum Hotelkomplex gehörenden Gebäude auf dem Gipfel des Keilbergs entstanden schrittweise von 1884 bis 1927. Das Hotel betrieb man bis ins Jahr 1990. Von den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts an wurden hier jedoch keinerlei Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. In der Folge verfiel der Komplex bis zum derzeitigen alarmierenden Zustand, der nicht einmal den hygienischen Mindeststandard für den Betrieb erfüllt. Um die unmittelbare Umgebung des Hotels kümmerte sich natürlich auch niemand. Die Wirtschaftsgebäude und der Ausstellungspavillon wurden den sozialistischen Erfordernissen „vorbildlich" angepasst. In den 50er Jahren wuchs ein 56 Meter hoher Aussichtsturm neben dem Hotel in die Höhe, der diesem und selbst dem historischen Aussichtsturm „die Schau stahlen". Der Keilberg verlor so seinen ursprünglichen Charakter und bekam eine neue Funktion - fremde Informationen weiterzugeben.... Der ganze Artikel


Kapitel 6 - Das heutige Erzgebirge

Malerische Landschaft - ehemalige Gemeinde VogeldorfVielleicht überrascht es Sie, dass noch immer Leute aus Gegenden, die nicht direkt an das Erzgebirge angrenzen, diese Region immer noch für eine Mondlandschaft halten, die der Kohleförderung geopfert wurde. Diese Menschen kennen den Unterschied zwischen dem am stärksten betroffenen östlichen Teil und dem westlichen Erzgebirge nicht, in dem ohne zu übertreiben, eines der schönsten bewohnten Berggebiete aufblühen konnte. Die Hartnäckigkeit, mit welcher sich dieses Halbwissen behauptet, hat das Erzgebirge möglicherweise vor großen Touristenströmen bewahrt, bremst gleichzeitig aber die Entwicklung der Dienstleistungen, des wirtschaftlichen und demographischen Potenzials. Wollen wir diesem Halbwissen, das eine gewisse Ruhe garantiert, ein Ende bereiten? Soll das Erzgebirge das Angebot für seine Besucher großzügig ausbauen? Und wünscht sich dies die lokale Bevölkerung überhaupt? Untersuchen wir zuerst, wie dieses eigenartige Gebirge, das über eine reiche Geschichte verfügt, mit den 90er Jahren fertig wurde.... Der ganze Artikel


Kapitel 5 - Das sozialistische Antlitz des Erzgebirges

Berghotel Keilberg im WinterMit der Erschöpfung des schwarzen Gesteins in Joachimsthal begann auch das normale Leben in die Berge zurückzukehren. Diese Entwicklung wurde durch die Aufhebung der Militärsperrzone unterstützt. Die Leute konnten verlassene Häuser kaufen und sich darin einleben. In den Bergstädtchen auf dem Gebirgskamm, die nach dem Bevölkerungsaustausch ordentlich „geschrumpft" waren, konnten wieder Hotels betrieben werden. Die Häuser verloren ihr Stigma als Unterkünfte von Arbeitern und Bergbauern. In Gottesgab kehrte wieder das normale Leben ein. Die Menschen atmeten auf und wollten die dunkle Zeit der Isolation schnell vergessen. Am saubersten und beliebtesten war hier der jungfräuliche Schnee. Seinetwegen kamen die Leute wieder vermehrt hierhin. So begann die Ära des Tourismus mit seinen guten und schlechten Seiten.... Der ganze Artikel


Kapitel 4 - Bevölkerungs Austausch und Landschaftbild

Die Gemeinde Goldene HöheIn den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begann eine neue Ära. Über das friedliche Leben in den Städten, Dörfern und Vereinen brachen Arbeitslosigkeit und politische Propaganda herein. Die nationale Wiedergeburt der Deutschböhmen sprengte den Rahmen innerstaatlicher Emanzipation und Identitätsfindung. Die Trennung von Tschechen und Deutschen in Böhmen erfolgte erbarmungslos. Im Erzgebirge, dessen Gebirgsvorland und dem Egerland wirkte der politische Druck von Henlein's Propagandisten. Die deutschsprachigen Bewohner des Erzgebirges hatten nicht begriffen, dass es sich um eine historische Grundsatzentscheidung handelte, bei der man sich um die Angliederung der Sudeten an das nationalsozialistische Großdeutschland bemühte. Auch wenn sie in jener Zeit nicht wussten, welcher Sache sie sich verschrieben, mussten sie wissen, dass sie damit eine weitere Runde der ethnisch-politischen Vergeltung einläuteten. Und das in einem Moment, in dem dieser Kampf von einem innenpolitischen Geplänkel augenscheinlich in die Zerschlagung des Staates ausartete.... Der ganze Artikel


Kapitel 3 - Das Uranfieber

Der erste Radiumwasser Träger - bergmann PrennigAm Anfang des 20. Jahrhunderts fand man auch endlich heraus, welche Auswirkungen der sogenannte schwarze Stein von St. Joachimsthal auf den Menschen hatte. Marie Curie´s Forschungen lösten in Jáchymov ein weiteres Fieber aus, diesmal ein radioaktives. Radium wurde zum Reißer in der Werbung für viele städtische Produkte; in der Brauerei wurde „Radium-Bier" hergestellt, in der Sodafabrik „Radium-Brausewasser" abgefüllt. Die hiesige Seifenfabrik produzierte so­gar „Joachimsthaler radiumhaltige Seife und radiumhaltige Arbeitsmittel." Alles schien in bester Ordnung zu sein, doch der Schein trügte.... Der ganze Artikel


Kapitel 2 - Das Alltagsleben im Erzgebirge

Der folgende Text schöpft aus den Erinnerungen von Richard Kraus an das einstige einfache Leben in der Ortschaft Seifen (Ryžovna), wie er es in seinem Manuskript „Ein Stück Erzgebirge, Ein Stück Weltgeschehen" beschrieben hat.

Das Abend am FichtelbergWegen der kurzen Vegetationszeit (bis Mitte April lag Schnee und der Sommer war kühl) kam nur Viehzucht in Frage. Auch der Boden selbst, einVerwitterungsprodukt aus Gneis, Basalt und Tonschiefer, bot wenig Nährstoffe und Humus. Zudem war der Ackerboden an der Oberfläche leicht sauer und sehr steinig. Unsere Vorfahren mussten in den Boden viel Arbeit investieren, um ihn urbar zu machen. Noch am Beginn des 20. Jahrhundert, ragten in der Gegend einzelne flache, von Weidengras bewachsene Hügel heraus. Da aber damals noch das Gras mit der Sense gemäht wurde, stellte die Unebenheit des Bodens kein Problem dar. Erst als man in den letzten Kriegsjahren damit begann, Mähmaschinen einzusetzen, stieß man auf Schwierigkeiten. Nach der Kultivierung des Bodens hatte das Heu, das man hier erntete eine gute Qualität - Ausnahmen bildeten nur Waldränder und sumpfige, von Riedgras überwachsene Stellen.... Der ganze Artikel


Kapitel 1 - Bergbaulandschaft

Die Spielern aus NeuhausBis zum 12. Jahrhundert befand sich sowohl auf böhmischer als auch auf sächsischer Seite des Erzgebirges entlang der Grenze ein großes ausgedehntes Waldgebiet. Erst in der zweiten Hälfte jenes Jahrhunderts begannen Menschen, dieses Gebiet zu besiedeln. Angelockt wurden sie von Zinnvorkommen und schimmerndem Silber in Flüssen und Bächen, die sich aus dem Gebirge durch das Egertal und über den welligen Bergkamm nach Sachsen zogen. Um 1170 wurde auf sächsischer Seite die Burg Schwarzenberg gebaut, in deren Schutz sich rasch Bergleute, Bauern und
Handwerker ansiedelten. Auf der böhmischen Seite spielte der romanische Wachturm über der Stadt Neudeck (Nejdek) eine ähnliche Rolle. Von der dominanten Felsklippe aus wachte die Besatzung des Schwarzen Turmes über die Gewinnung von Silber, Zinn und anderer Metalle im Fluss Rohlau (Rolava). Ein weiterer Anziehungspunkt, der einige Jahrhunderte später phänomenale Erfolge feierte, war die Ortschaft Konradsgrün - das heutige Sankt Joachimsthal (Jachýmov). ... Der ganze Artikel


Das wiederentdeckte Erzgebirge

Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Erzgebirge" aussprechen? An ein von der Industrie in seinem Vorland zerstörtes Gebirge? An tote Wälder oder verfallene graue Häuser? An einen langweiligen, ebenen, unbewaldeten Gebirgskamm? Wenn Sie ähnliche Assoziationen haben, sollten Sie wissen, dass dies alles auf das Erzgebirge in der Zeit des Kommunismus zutrifft, als der Staat Landschaft, Architektur und Natur keinen Wert beimaß. Vielleicht überrascht es Sie deshalb, wenn wir das heutige Erzgebirge eher als „besiedelte malerische Gebirgslandschaft" bezeichnen. Im Schatten des Riesengebirges, des Böhmerwaldes und anderer schöner Gebirgszüge entwickelte sich hier nämlich in den 90er Jahren eine einzigartige, lebendige Bergwelt.... Der ganze Artikel


Auf der Suche nach der Heimat und den eigenen Wurzeln

Die kappelle im NeuhammerDas Erzgebirge war einst das am dichtesten besiedelte Gebirge Europas. Es liegt auf der Hand, dass hier zahlreiche Traditionen, Geschichten und Erinnerungen ihren Ursprung haben. Nach der Aussiedlung der deutschsprachigen Bewohner konnte wahrscheinlich nur ein Minimum davon gerettet werden. Der größte Teil der heutigen Erzgebirgler kennt deshalb die eigenen regionalen Traditionen und die eigene Geschichte nicht mehr. Das Leben in Unwissen um die Regionalgeschichte vor dem Jahr 1945 ist der Mehrheit der Bevölkerung des deutsch-tschechischen Grenzgebietes eigen. Ich denke, dass dieses Gefühl die Lebensweise in diesen Teilen unserer Republik bestimmt. Vielleicht haben wir bereits vergessen, dass dem nicht für immer so sein muss. Unser geheimer Wunsch ist es, dass das Buch, die Ausstellung, die Seminare und Diskussionen über das „Wiederentdeckte Erzgebirge" in den Regionen, die vom Erzgebirge dominiert werden, einen Anstoß zur Erneuerung der Bürgergesellschaft geben und die Entwicklung einer regionalen Literatur unterstützen, die nicht nur Fachleute anspricht, sondern hauptsächlich die interessierte Öffentlichkeit und Besucher aus der ganzen Republik.... Der ganze Artikel


Die Rede des PhDr. Stanislav Burachovič, Museum (Karlsbad), zur Taufe des Buches Das wiederentdeckte Erzgebirge in Boží Dar.

Geehrte Gäste,

Anton Günther, der berühmte Gottesgaber Liedermacher, schrieb mal einen schönen Vierervers:

Ich zitiere:

Was einst gewesen, kehrt nie zurück, ob schlecht oder gut - es ist weg.

Uns blieb nur noch das alte Lied und tief im Herzen die Erinnerung.

Das Buch, welches wir heute taufen ist auch Erinnerung an das, was gewesen. Sein Autor, Herr Petr Miksicek ist ein überaus feinsinniger Mensch, sonst würde er das so heikle Thema ruhen lassen, welches die Verwüstung des böhmischen Grenzgebietes nach dem Jahr 1945 ist. ... Der ganze Artikel


Wie und wo anschaffen des Buches Das wiederentdeckte Erzgebirge

Wenn Sie sich das Buch anschaffen möchten, welches hochinteressantes zur Geschichte zeigt,
den Übergang und das derzeitige Erzgebirge, so etwa führt der einfachste Weg -wenn sie im Ort gehen - bis zum Infozentrum Bozi Dar (Gottesgab), wo sie das Buch in hinreichender Menge haben.

Das Buch kaufen Sie auch in der Buchhandlung DDD in Weipert (Vejprty) und Komotau (Chomutov). Auch im Buchhandel Grosmann in Schlackenwert an der Eger (Ostrove nad Ohri). Auf der sächsischen Seite bekommen Sie es auf dem Bahnhof von Johanngeorgenstadt, im Infozentrum im Kurort Oberwiesenthal, im Museum in Rittersgrün, im Greizer Buchhandlung und auch im Marienberg im Museum. Der Preis des Buches ist verschieden: Im Infozentrum Bozi Dar (Gottesgab) kostet es etwa 16 Euro.
Die Leiterin des Infozentrums ist Frau Iva Králová, es helfen Ihnen aber auch gerne Frau Řehořová oder Frau Formáčková weiter.
Telefon: +420 603 539 020
Email: [email protected]
Web: www.bozi-dar.cz

Seit 11. 9. 2007 sind viele neue Bücher zum Verkaufen gerade im Regierungsprezidium im Chemnitz. Neu kann man das Buch über eine deutsche Buchhandlung (Greiz, Thüringen) bestellen: Buchhandlung BÜCHERWURM Markt 2, 07973 Greiz Tel: 03661 3012 Oder personel können Sie das Buch m Gottesgab kaufen. Der ganze Artikel