Česky Deutch
Pro fungování interaktivní mapy je třeba mít zapnutý JavaScript ve Vašem prohlížeči.

Wotsch

Boč

WOTSCH
(Gemeinde Wotsch mit Mühlendorf und Kleingrün). Zwischen Warta und Klösterle, an der Einmündung des Rummelbaches in die Eger, liegt in 332 m Seehöhe diese alte Siedlung, später größter Floßholzort des Bezirkes. Die Siedlung zählte 43 Hauser mit 275 Einwohnern (Volksz. 1930), war seit 1758 wieder Pfarrort, die Kirche (zum hl. Nikolaus) seit 1874/75 ein Neubau; eingepfarrt waren: Kleingrün, Mühlendorf, Boxgrün, Erbelstein u. Himmelstein. Hatte eine zweiklassige Volksschule und gehörte zum Postamt nach Warta; ab 1935 eigene Bahnhaltestelle. Die Ortsbevölkerung setzte sich aus Häuslern, Bauern und Handwerkern zusammen. Der Feldanbau brachte nur mäßige Erträge (landw. Hektarsatz: 950 RM), zudem war die Hälfte des Gemeindekatasters mit Wald bestanden; guter Obstbau. Zwei Sägewerke. Drei Gasthäuser (je 10 Betten) hoben den Fremdenverkehr (reichliche Wandermöglichkeiten). Das Dorf hatte Hochwasserleitung und ab 1938 vollständige Elektrifizierung. - Zur Geschichte: Die kolonisierende Tätigkeit der Benediktinermönche des Klosters Postelberg, die wahr scheinlich ab 1250 eine Zweigniederlassung mit KLÖSTERLE gründeten, besaßen auch das Umland egeraufwärts, denn 1292 wird urkundlich, daß sie ihren Besitzort Wotsch von der Elbogner Gerichtsbarkeit befreien ließen. Die Anlegung der Dörfer KLEINGRÜN, BOXGRÜN, ENDERSGRÜN, MÜHLENDORF und ERBELSTEIN dürfte ihr Werk sein. Nachweislich gaben sie diesen Besitz (Watsch und die genannten Dörfer) am 17. Oktober 1357 auf, tauschten dafür das Gut Liebotschan bei Saaz ein. Um 1350 bereits Pfarre mit Kirche. Für 1547 belegter Holzzoll (Flößerei) der Gemeinde, „förmlicher Holzhafen“ (Stocklöw); ab 1790 zurückgehende Flößerei, nach 1850 völliges Erliegen (Eisenbahnbau). Ab 1573 ist die Taufmatrik vorhanden; 1639 soll das Dorf durch die Schweden in Asche gelegt worden sein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, Urbar von 1649, sind 5 Bauern, 9 Gärtner, 4 Häusler verzeichnet. Im Jahre 1846: 35 Häuser mit 210 Einwohnern. (Ortsgeschichte im Blattinnern)
Wotsch
Langhans

Zwischen Warta und Klösterle, an der Einmündung des von Norden herabkommenden Rummelbaches in die Eber, liegt am nördlichen Egerufer in 332 m Seehöhe diese alte Siedlung, einst der bedeutendste Floßplatz des Bezirkes. Noch ist hier das Durchbruchstal der Eber stark eingeengt, die Bergflanken des mächtig herandrängenden Erzgebirges lassen für Dorf und Feldbau wenig Raum. Locker gruppieren sich die Gehöfte entlang der Hügelzunge, die von Kirche, Pfarrhaus und Schule gekrönt wird.
Das Dorf, eine eigene politische Gemeinde mit KLEINGRÜN (112 Einw.) und MÜHLENDORF (147 Einw.) bildend, zählte selbst 43 Häuser mit 275 Einwohnern (Volksz. 1930) und war seiner Siedlungsform nach ein Haufendorf (nach Stopfkuchen). Seit 1758 war es wieder eigene Pfarrei (vorher zu Okenau gehörend). Die dem hl. Nikolaus geweihte Pfarrkirche wurde im Jahre 1874/75 neu gebaut. Dabei wurde das wertvolle romanische Kirchlein mit dem stilvollen Portal zerstört; anknüpfend daran errichtete man den Neubau im neuromanischen Stil. Zum Kirchspiel gehörten: Kleingrün, Mühlendorf, Boxgrün, Erbelstein und Himmelstein. Der Holzbau des Pfarrhauses wurde 1793 abgerissen.
lm Ort war eine zweiklassige Volksschule (1936. 75 Schulkinder; Oberlehrer Albin Heinrich, Lehrer Josef Kobe, Handarbeitslehrerin Marie Schmidt); eingeschult waren: Mühlendorf, Kleingrün und drei Häuser von Himmelstein. lm Jahre 1786 brannte der Holzbau der Schule ab und wurde ebenfalls durch einen Mauerbau ersetzt.
Wotsch gehörte zur Post nach Warta. Ab Sommer 1935 erhielt es eine eigene Bahnhaltestelle.
Die Ortsbevölkerung setzte sich zusammen aus Häuslern, Bauern und Handwerkern. Der Feldanbau erbrachte nur mäßige Erträge, der landwirtschaftliche Hektarsatz lag bei 950 RM. Zudem war fast die Hälfte des 361 Hektar umfassenden Gemeindekatasters Wald (1904: 161 ha). Nur ein Drittel als Acker ausgewiesen. Zu erwähnen wäre noch der Obstbau. An gewerblichen Betrieben waren vorhanden: Zwei Sägewerke (Leopold Döllner, Johann Melzer), 1 Bäcker, 2 Fleischer, 2 Kaufladen. Die außerordentlich ruhige und schöne Lage erbrachte eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit durch den einsetzenden Fremdenverkehr (drei Gasthäuser mit je 10 Betten, Massenlager und Privatunlerkünfte). Das Dorf hatte eine Hochwasserleitung; die vollständige Elektrifizierung wurde erst im Sommer 1938 abgeschlossen.
Über die geschichtliche Entwicklung der Siedlung läßt sich folgendes sagen: Nach Schütz ist es eine slawische Ortsgründung, die er - und das ist ungewöhnlich - schon für das Jahr 1055 als „in bosche“ (Erben Reg. 1. 53) und „in boste“ (Ant. Jirišek, Topogr. 13), des weiteren für 1292 als BOTSCH (Edler Reg. III. 676) belegt. (Weitere Daten der Namensentwicklung: 1352 BOTCZ, 1369 BORCZ, 1361 BOCZE, 1365 BOOCZ, 1424 BACZ und 1547 als WOTSCH). Schütz leitet die Entstehung des Ortsnamens von dem Personennamen Bošek her (für eine slawische Ortsnamensherkunft spricht sich auch Stocklöw, Seite 1, aus, sowie Langhammer, Seite 9).
lm Hutberg (als Wegsicherung) bei Wotsch sieht Stocklöw einen Hinweis auf den in alter Zeit hier vorüberführenden „Frankensteig“ (damals wohl ein Saumtierpfad), zu dessen Wegführung er bemerkt: „ln Rodisfort trafen eine Hauptstraße und der ‚Erfurter‘ oder ‚Frankensteig‘ zusammen. Dieser führte von Erfurt über Graslitz durch die Landschaft Zettlitz herab, weshalb er auch der ‚Zettlitzer Steig‘ (via semita = Saumweg) genannt wurde, und verlief anderseits von Prag über Neu-Straschitz und Kunowa nach Fünfhunden, weiter nach Kaaden und zwar nach der späteren Zeit zu schließen, in der gleichen Richtung wie 1490 der Weg von Burgstadtel über Seelau nach Kaaden und von dort flußaufwärts über Roschwitz und Kettwa nach Woslowitz, wo vermutlich mit einer Fähre über den Fluß gesetzt wurde, sodann auf dem linken Egerufer über Mühlendorf und Wotsch nach Warta." (Seite 267)
Eine kolonisierende Tätigkeit des damals noch unerschlossenen Egertales oberhalb Kaadens schreiben wir den Benediktinermönchen des großen Klosters in POSTELBERG (PORTA APOSTOLORUM, gegründet 1121 und von den Hussiten 1420 vollständig vernichtet) zu, die um 1250 (nach StockIöw , nach Langhammer schon früher) - urkundlich nicht zu belegen - an Stelle des heutigen KLÖSTERLE (claustrellum = Klösterle) eine Propstei gründeten (Mauerreste im Thunschen Park, so Langhammer). Ohne entsprechende Quellen zu nennen, schreibt Stocklöw weiter.
"In den Zerwürfnissen des Königs Ottokars II. mit dem Papst Gregor soll Postelberg den Besitz von Klösterle im Jahre 1277 eingebüßt haben; dennoch verblieb ihm das Dorf WOTSCH. Im Jahre 1292 Iieß das Kloster Postelberg diesen Ort von der Elbogner Gerichtsbarkeit befreien und sich vom König eigens eine Urkunde darüber ausstellen." (Amtsbezirk, Seite 38)
Die Anlegung der Dörfer KLEINGRÜN, BOXGRÜN, ENDERSGRÜN, MÜHLENDORF und ERBELSTEIN, die Stocklöw den Postelberger Benediktinern zuschreibt, ist unbelegt (Seite 95). Für das Jahr 1495 ist BOXGRÜN als „die obere Grün“ (1571: Poxgrün), KLEINGRÜN als „die niedere Grün“, und ENDERSGRÜN als „die alte Grün“ beurkundet (Böhme, Mit.). Im übrigen ist in bezug auf diese „Grün“ - Ortsnamen der Hinweis von Meder angebracht: „Der Ortsnamen GRÜN (mundartlich „de grie“, also noch als Gattungsname Iebendig) ist der östlichste Ausläufer der großen egerländischen Gruppe von Ortsnamen, die mit „Grün“ gebildet sind“. (Heimatkunde Komotau).
Schon während der Regierungszeit von Kaiser Karl IV. (1346-78) wird bereits ein Pfarrer bei der Kirche von Wotsch genannt. Doch dürfte der abgerissenen romanischen Kirche nach, deren Bauzeit in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts (also 1200 -1250) zu deuten ist, schon damals eine Pfarre bestanden haben (Stocklöw, Amtsbezirk, Seite 30 u. Bezirk Kaaden, Seite 288). Noch während der Zeit Kaiser Karls IV. heißt es in einer Urkunde von 1357, daß auf dem Besitztum der Benediktiner-Propstei in Wotsch mehrere Ortschaften verlassen und verödet waren, so Oewinow, Goczweynsdorf, Hamalas und Dubczan (Stocklöw, Seite 96). Dabei ist sicherlich nur an Weilern oder Einsiedeleien zu denken.
Vom Jahre 1543-65 war nach urkundlichen Aufzeichnungen der „Wirth in der Wotsch und auf der wilden Henne“, so die Eintragung, Untertan des Grafen Schlick.
Nach Stocklöw für das Jahr 1547 der Holzzoll (Flößerei) urkundlich nachweisbar (Seite 276). Über die hiesige Frühzeit des Holzflößens sagt er: „Auch das Egertal war von Natur aus ein wilder Forst, und selbst flußabwärts in das Tiefland hinein verbreitete sich der große Waldstrom über die Ufergegenden. Das Benediktinerkloster Postelberg, welches eine bedeutende Landstrecke bei WOTSCH besaß, hatte das Recht, nicht bloß das Holz von dort zollfrei auf der Eger herabzuflößen, sondern auch in den Wäldern Iängs der Eger bis zum Stifte herab, Holz zu fällen. Kaiser Karl IV. bestätigte 1356 dem Kloster diese Rechte“ (Seite 143). Das Floßholz kam aus den Wäldern um Boxgrün und Kleingrün herunter, wurde hier gelagert, wobei die Gemeinde das Recht hatte, Lagerzins zu erheben. Das im Winter über geschlagene Holz lagerte in solchen Mengen im Dorfe, daß, so heißt es, „von Haus zu Haus nur ein knapper Weg zum Durchkommen blieb“. Stocklöw bemerkte deshalb zutreffend über das Flößen auf der Eger, daß in Wotsch „ein förmlicher Holzhafen entstanden war“ (Seite 145). Mit erhöhtem Wasserstand der Eger im Frühjahr gingen diese gebündelten Stämme in die Ebene hinunter.
Schon ab 1790 wird die Klage Iaut, daß die Flößerei zurückgeht. Und als die beiden großen Holzlieferanten, Boxgrün und Kleingrün, ab 1840 ihr Holz günstiger nach Sachsen verkaufen konnten, nahm die Lagerung in Wotsch sichtlich ab; Steuern und Verdienst fielen aus. Als noch im selben Jahrhundert der Eisenbahnbau das Egertal technisch erschloß (Eröffnung der Strecke im November 1871), ging die Flößerei völlig ein.
Um 1550, es ist die protestantische Zeit, muß es hier eine Schule gegeben haben, denn es wird in den Aufzeichnungen von einem Lehrer gesprochen (siehe Urbanstadt).
Ab dem Jahre 1573 ist die Taufmatrik vorhanden; danach waren damals nach Wotsch eingepfarrt: Mühlendorf, Endersgrün, Boxgrün, Kleingrün, Erbelstein, Warta, Stengles, Pürstein und die Weigensdorfer Mühle. Mit Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurde Wotsch eine Nebenstelle von Okenau.
Der Dreißigjährige Krieg (1618-48) ging auch an dieser abseitigen Tallandschaft nicht ohne Folgen vorüber. Im Jahre 1639, als die Schweden im Schloß in Klösterle hausten, soll auch das Dorf Wotsch von ihnen in Asche gelegt worden sein. Gleichzeitig, so bemerkt Stocklöw, herrschte in diesem Jahr eine verheerende Dürre: „Die Leute flüchteten sich in die tiefen Waldungen, wie die Bewohner von WOTSCH in die Krondorfer Forste und gebrauchten Kräuter, Gras, Baumblätter u. dergl. als Nahrung“ (Seite 22).
Ein Jahr nach diesem fürchterlichen Brennen und Morden, also 1649, hatte Wotsch nach dem Urbar: 5 Bauern, 9 Gärtner und 4 Häusler (Urbanstadt).
Nach der Steuerrolle (Berní rula) vom Jahre 1654 werden folgende Häusler (Bauern werden nicht aufgeführt) genannt: GRÖSCHL, HÖLL, ROHLING, FEIGL, GLASER, ZEWISCHEL, ROHLING, SCHNEIDER, SOMMER, SCHERLING, SCHERLING, SCHNMIEDT, ZUTH, EHRET, ERLT. - Als Gärtner: LOTH. - Ohne Besitz: FISCHER, SCHRÖTTL, HERGEL.
Zur Zeit Kaiser Joseph II. (1765-90) war in Wotsch eine Rußfabrik (siehe den Beitrag: „Der Rußbuttenmann“). Noch in den Jahren um 1820 gab es eine Wagenschmierbrennerei (Teerschwelerei) und eine Vitriolhütte hier. An eine einstige Glashütte erinnert noch der Name einer Waldwiese (Stocklöw, Seite 150).
In Schallers Topographie von 1787 lesen wir ausnahmsweise ausführlich unter der Fideikommißherrschaft Klösterle (Besitzer: Franz Joseph Reichsgraf von THUN) über das Dorf: „WOTSCH, Wocž, von 32 Nummern liegt an der Eger, und ist mit einer Pfarrkirche unter dem Titel des hl. Nikolaus B. versehen, die ehedem von dem Ockenauer Pfarrer administriert, 1758 aber mit eigenem Seelsorger versehen wurde. Die hiesige Dorfgemeinde hat von uralten Zeiten her das Recht von dem fremden allda gelagerten Flößholze, allemal von 50 Stücken ein Stück von der ersten Größe zur Entschädigung ihres Gemeindegrundes zu fordern, und abzunehmen.“ (Eingangs sagt Schalle über Klösterle: „Gehörte gegen die Mitte des 13. Jahrhunderts dem Benediktinerstifte bei Postelberg, die hier allem Ansehen nach eine Probstei angelegt haben, von welcher das jetzige Klösterle seinen Namen ererbt haben mag. Im Jahre 1277 zog der König Pržemysl Ottokar II., nebst anderen Städten und Schlössern, auch dieses Gut an die königliche Kammer. Bei dieser Gelegenheit nahm die hier angelegte Probstei ihr Ende, und die vor kurzem herbeorderten Geistlichen waren genötigt, nach ihrem Hauptkloster wieder zurück zu kehren.“ Über die Lebensverhältnisse der Menschen auf dieser Herrschaft sagt Schaller zusammenfassend: „Die Nahrung des hiesigen Landmannes besteht hauptsächlich in Spitzenklippeln, Stricken, Buttertragen nach Sachsen, einem guten Obstbau, und sehr mißlichen Feldbaue.“)
Noch einmal wird dann Wotsch von Stocklöw besonders genannt, und zwar im Zusammenhang mit dem Einzug der Kartoffel (Erdapfel) in unserer Gegend. Die Kartoffel war von Pfälzer Auswanderern im Jahre 1720 nach Brandenburg gebracht worden. „Erst das Hungerjahr 1772“, schreibt Stocklöw, „brachte im Erzgebirge das Geschenk der neuen Welt zu voller Geltung. Ein wahres Manna hatte der Himmel unseren Bewohnern mit der Kartoffel geschenkt. . . Im Egertale schritt man erst unter Kaiser Joseph II. dazu, in WOTSCH z. B. im Jahre 1784, und dies nur über höheres Zutun" (Seite 121/ 22).
Sommer schreibt unter der Fideicommiß-Herrschaft Klösterle (Besitzer: Joseph Mathias Graf von THUN-HOHENSTEIN) über das Dorf: „WOTSCH, Dorf von 35 Häusern mit 210 Einw., Iiegt 2 Stunden westl. von Klösterle, an der Straße nach Karlsbad, an der Iinken Seite der Eger, in der Talenge, am Einflusse des Rummelbaches. Hier ist eine Pfarrkirche zum hl. Nikolaus, ein altes Gebäude, dessen Errichtung unbekannt ist; sie war bis zum Jahre 1758 Filiale von Okenau, eine Schule, beide unter herrschaftlichem Patronate, eine Mühle mit Brettsäge am Rummelbach, ein Wirtshaus. Die Einwohner treiben nebst Feld- und Obstbau Holzhandel und Holzflößerei nach Kaaden und Saaz und die Gemeinde hat von alters her das Recht, von dem fremden hier angelangten Flößholze von 100 Stucken ein Stuck zur Entschädigung des Gemeindegrundes zu fordern.
Hierher sind eingepfarrt:
MÜHLENDORF, auch Müllendorf genannt, Dorf, liegt eine halbe Stunde nordöstl. vom Pfarrorte an der linken Seite der Eber, auf einer ebenen Anhöhe über dem Flusse, hat 22 Häuser mit 128 Einw. Dazu gehört die 20 Minuten westl. am Rummelbach gelegene Weiermühle mit 2 Häusern, dann das Brunnersdorfer und das Kaadner Waldhegerhaus etwas südlich vom Orte. Die beiden fremdherrschaftlichen Waldstrecken sind zwischen hier und Wotsch.
KLEINGRÜN, Dorf, hat 22 Häuser mit 107 Einw., liegt eine dreiviertel Stunde nördl. von Wotsch am Gehänge des Erzgebirges, vom Wald umgeben.
BOCKSGRÜN (auch Boxgrün geschrieben), Dorf, hat 44 Häuser mit 262 Einw., liegt eine Stunde nordwestl. von Wotsch am Steinwalde; hier ist eine exponierte von einem Gehilfen versehene Schule, eine Mühle an einem kleinen Bache.
ERBENSTEIN, auch Erbelstein genannt, Dorf, hat 7 Häuser mit 32 Einw., liegt eine Stunde südwestl. von Wotsch auf einem Berge, an der linken Seite der Eger; hier ist eine herrschaftliche Schäferei.
HIMMELSTEIN, Dorf von 7 Häusern mit 33 Einw., liegt zerstreut am Gebirge, eine Stunde südwestl. von Wotsch. Hier ist ein herrschaftlicher Meierhof und ein Jägerhaus. Südwestlich vom Orte erhebt sich ein kegelförmiger Basaltberg, auf dessen Gipfel sind Ruinen der Burg HIMMELSTEIN; von hier genießt man eine herrliche Aussicht in das Egertal und östlich in die vom Erzgebirge und dem Mittelgebirge des Leitmeritzer Kreises eingefaßte Ebene des Saazer Kreises, westlich in den Ellbogner Kreis bis an den Dillenberg an der Grenze von Bayern.
Soweit die ortskundlichen Angaben von Sommer nach dem Stand vom Jahre 1846 über Wotsch und die eingepfarrten Ortschaften.
Nach dem Gemeindelexikon von 1904 hatte Wotsch 43 Häuser und 298 Einwohner; sie alle waren deutsch und katholisch. Die beiden dazugehörigen Orte zahlten: Kleingrün 23 Häuser und 124 Einwohner (davon 119 deutsch, 4 evangelisch); Mühlendorf: 24 Häuser und 114 Einwohner (alle deutsch u. katholisch). Die Gemeindefluren von Wotsch umfaßten 361 Hektar; davon waren 161 ha Wald, 118 ha Äcker, 36 ha Hutweide, 16 ha Wiesen und 3 ha Gärten. Der Viehstand der Gesamtgemeinde (mit Kleingrün u. Mühlendorf) bestand aus: 284 Rindern, 18 Pferden und 32 Schweinen.
Das Adreßbuch von 1911 schreibt: „WOTSCH, 45 Häuser, 277 Einw.; Pfarrei: daselbst; Post: Warta; Schule: daselbst (zweiklassig). Nächste Bahnstation: Hauenstein. Der Ort liegt am linken Egerufer, rings von Bergen umgeben.
Gemeindevorsteher: Josef Schmidt; Ortsvorsteher: Johann Fürst; Pfarrer: Franz Tobisch; Lehrer: Anton Krolopper, Oberlehrer; Florian Steiner, Lehrer; Anna Neuber, Industriallehrerin; Vereine: Freiwillige Feuerwehr, Hauptmann Ferdinand Kaiser. Land- und forstwirtschaftlicher Verein: Obmann F. Tobisch. - Veteranenverein: Kommandant F. Steiner; Industrie: Mahl- und Brettmühle des Johann Salzer. Größere Wirtschaftsbesitzer; Johann Fürst, Franz Killian, Franz Kunz, Josef Löffler, Johann Melzer, Franz Bernt, Johann Salzer, Josef Schmidt.
Gewerbetreibende: Bäcker. Johann Höll; Fleischhauer: Ferdinand Kaiser; Gasthäuser: Ferdinand Kaiser, Josef Siegel; Kaufläden: Franz Krems, Ernst Schmiedl; Schmiede: Johann Weber; Schuhmacher: Josef Peter, Anton Feigl, Johann Heidlas; Tabaktrafikant: Anna Ficker; Wagner: Ernst Pelzer.“

Einige Daten aus den dreißiger Jahren:
1931: Am 1. Mai übernimmt Pfarrer Franz Kunz die Pfarrstelle (er war bisher in Niklasdorf).
1933: Am 8. Oktober fand die Gründungsversammlung des „Vereines gedienter Soldaten für Wotsch und Umgebung“ statt.
1934: Oberlehrer Albin Heinrich übernimmt die Schulleiterstelle, Lehrer wird Josef Kobe.
1935: Am Montag, den 15. Juli, wird die Haltestelle für Motorzüge eröffnet.
1938: Am 30. Juni wird die Elektrifizierung des Dorfes abgeschlossen.

Hausliste von Wotsch:
Pfarrhaus: Dechant Franz Kunz. Schulhaus: Oberlehrer König. Baron von Bundschuh, Landwirt (adelige Familie aus den ehemaligen habsburgischen Niederlanden; im 18. Jahrhundert nach Österreich eingewandert; Adelsbestätigung von 1797; die Familie stellte der Donaumonarchie zahlreiche Offiziere und Staatsbeamte; seit 1938 in Wotsch ansässig, 1945 vertrieben. Dr. Emil Udo Ritter von Bundschuh starb am 21. April 1950 in Giebelstadt bei Würzburg. Seine Frau: Dr. med. vet. Hedwig von Bundschuh (geb. Haase, Edle von Wranau), wohnhaft ebd. Kinder: Benno v. Bundschuh und Silvia v. Bundschuh. Setzer (Häusler), Johann Kunz (Landwirt), Josef Kunz (Landwirt), Wenzel Pehr (Landwirt), Josef Kunz (Häusler), Wenzel Melzer (Landwirt), Edmund Kilian (Landwirt), Josef Grimm (Landwirt), Ernst Pelzer (Häusler), Josef Neubert (Häusler), Josef Stark (Häusler), Oswald Klotz (Häusler), Johann Kunz (Häusler), Walter Bernt (Häusler), Josef Schmidt (Häusler u. Kaufmann), Josef Reichmann (Häusler), Josef Feigl (Häusler), Johann Melzer (Landwirt u. Sägewerk), Anton Siegel (Häusler u. Gastwirt), Ferdinand Kaiser (Häusler u. Gastwirt), Marie Pils (Häuslerin), Oswald Kunz (Landwirt), Karl Siegel (Landwirt), Emma Stamm (Häuslerin), Marie Melzer (Häuslerin), Gustav Siegl (Häusler u. Landwirt), Richard Stark (Häusler), Anton Müller (Häusler), Ernst Glaser (Häusler), Johann Glaser (Häusler),
Rudolf Haas (Häusler), Anton Reichmann (Häusler), Anna Glaser (Häuslerin), Ernst Grimm (Häusler u. Stellmacher), Alois Himmel (Landwirt), Barbara Tippmann (Häuslerin), Leopold Döllner (Sägewerk), Josef Melzer (Häusler), Anna Knorr (Häuslerin).
(Diese Angaben sind dem Erganzungsband „Aus dem Egertal bei Klösterle“, Frankfurt, 1965, entnommen.)
Über die hiesige Pfarrkirche schreibt Opitz: „Pfarrkirche (gut, historischer Stil 1874/75, neuromanisch), Einrichtung auch neuromanisch. An der Nordwand im Schiff eine Madonna (gut, gotisch, Mitte des 15. Jahrh., Zepter und Krone neu). - Am Weg von Wotsch nach Mühlendorf eine Pieta (barock, 1726)“.
Seit vor dem Ersten Weltkrieg wirkte hier Pfarrer Franz TOBISCH, genannt Jung Klaus, einer der bekannten „Bienenväter“ unseres Bezirkes.
Über den aus dem Bauernhaus von Wenzel Kilian in Wotsch stammenden Benediktiner Ordenspriester Pater Karl Wenzel KILIAN berichteten wir in der Oktober-Nummer 1970 („Biographische Notizen von drei Geschichtsforschern unserer Gegend“ von Nikolaus Urbanstadt).
Anschließend bringen wir die „Geschichte des Pfarrbezirkes Wotsch“ und als Abschluß eine wehmütige Erinnerung an die einstigen „Rußbuttenmanner“ (in Wotsch war um 1770 eine Rußfabrik), die unsere Eltern noch kannten, denn vor dem Ersten Weltkrieg gingen sie in unseren Dörfern noch von Haus zu Haus - doch die heutige Generation kennt sie höchstens noch durch das Volkslied.

Langhans

Hinweis:
Bereits erschienene Beiträge und Bilder finden sich in folgenden Nummern: Foto mit der Ortsansicht von Wotsch (Juni 1967); Titelbild mit dem Gameschfelsen zwischen Warta und Wotsch (Feber 1968); Foto mit dem Egertal und Wotsch (August 1969); Foto mit dem Inneren der Pfarrkirche, Foto von Pfarrer Kunz und Lebensbericht (Oktober 1973). Eine Gesamtansicht von Mühlendorf findet sich in der April-Nummer 1963. Ein Titelbild von Boxgrün (Oktober 1969).

Literatur:
1) Franz Slapnicka: Heimatbüchlein für das Kaadner und Duppauer Land; Prag 1937.
2) Heimatkunde des Bezirkes Kaaden (Herausgeber Wenzel Stopfkuchen); Kaaden 1938.
3) Viktor Karell: Kaaden-Duppau, ein Heimatbuch; Frankfurt/M.1965.
4) Gemeinelexikon von Böhmen, 1. Teil; Wien 1904;
5) Anton Panhans (Herausgeb.): Das mittlere Egertal; Bad Homburg 1956.
6) Anton Panhans (Herausgeb.): Aus dem Egertal bei Klösterle; Frankfurt/M. 1965.
7) Viktor Karell: Das Egertal und seine Sommerfrischen; Zettlitz bei Karlsbad 1935.
8) Theodor Schütz: Slawische Ortsnamen im Gerichtsbezirk Kaaden und Duppau; Jahresbuch der Stadt Radonitz 1914; Prag 1914.
9) Franz Josef Stocklöw: Der Bezirk Kaaden; Kaaden 1890.
10) Rudolf Langhammer: Die Burgen des mittleren Egertales und die Stadt Klösterle; Klösterle 1934.
11) Josef Walfried (Stocklöw): Der Amtsbezirk Kaaden. In: Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen, 23. Jahrg.; Prag 1884.
12) Oskar Böhme: Die Ortsnamen auf -grün in Böhmen. In. Mitteil. des Vereines für die Geschichte der Deutschen in Böhmen, 29. Jahrg.; Prag 1891.
13) Karl Meder: Die Flurnamen. In: Heimatkunde des Bezirkes Komotau, 10. Lieferung; Komotau 1930.
14) Marie Lišková: Berní Rula, Bd. 1, Kraj Žatecký; Prag 1954.
15) Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen, Siebenter Theil, Saatzer Kreis; Prag u. Wien 1787.

Herbstgedanken
Unserer Heimat gewidmet

Am Fenster blüh‘n noch Blumen
im Garten spielt ein Kind
und mit den welken Eichenblättern,
da spielt ganz leis‘ der Wind.

Die Straßen sind verlassen,
die Gassen fremd und leer
noch fliegt im letzten Sonnenstrahl
ein Schmetterling umher.

Der Herbst ist eingezogen -
mit ihm der Regen fällt.
Die letzten Schwalben sind fortgeflogen
Nebel umhüllt die Welt.

Verschwunden ist der Erde Blütenkleid
das Laub zu Boden fällt.
Es naht die hohe, stille Zeit
in der der Winter umhüllt die Welt.

Magda Hartmann-Schierl


Články:

Z OBCÍ V ÚDOLÍ OHŘE Srní s obcemi Hrachová, Himmlštejn a Peklem sestavené Marií Wartusch a dalšími spolupracovníky

Z OBCÍ V ÚDOLÍ OHŘE Srní s obcemi Hrachová, Himmlštejn a Peklem sestavené Marií Wartusch a dalšími spolupracovníky doplněné podle vzpomínek Klementine Herrmann, roz. Seidl celý článek


AUS DEN GEMEIDEN IM EGERTAL Boxgrün mit Erbelstein Himmelstein und Höll

AUS DEN GEMEIDEN IM EGERTAL Boxgrün mit Erbelstein Himmelstein und Höll

zusammengestellt von Marie Wartusch und anderen Landsleuten celý článek


AUS DEN GEMEINDEN IM EGERTAL WOTSCH MIT KLEINGRÜN UND MÜHLENDORF

Gemeinde (dazu gehören Kleingrün und Mühlendorf) Reg. Bez. Eger, Kreis und Amts gericht Kaaden, Landgericht Brüx, 535 Einwohner, Eisenbahnstation Strecke Komotau-Eger, Hauptgüterstation (4 km) Pürstein, Postamt, Telegraphenamt und Fernsprechamt Warta (Egertal), Kath. Kirche. celý článek


Soupis majetků v obcích Boč, Srní a Malý Hrzín

Obec, (kromě toho ještě Malý Hrzín [Kleingrün] a Smilov [Mühlendorf], náleží do kraje Cheb [Eger], okresu a obvodního soudu v Kadani [Kaaden], zemského soudu Most [Brüx], 535 obyvatel, vlakové nádraží (4 km) na trati Chomutov - Cheb, nákladové nádraží (4 km) v Perštejně [Pürstein], poštovní úřad, telegrafní úřad a telefonní ústředna ve Stráži n. Ohří [Warta - Egertal], katolický kostel. celý článek


Geschichte des Pfarrbezirks Wotsch Von Nikolaus von Urbanstadt

Geschichte des Pfarrbezirks Wotsch Von Nikolaus von Urbanstadt

Diesen Pfarrbezirk bilden die Ortschaften Wotsch, Mühlendorf, Kleingrün, Bocksgrün, Erbelstein und Himmetstein.
Mit dem ersten Dämmern der Geschichte tritt uns die Schlucht der Eger von Klösterle bis Schlackenwerth als Urwald entgegen. Die älteste Straße von Kaaden nach Elbogen und Eger ging - noch zu König Johanns Zeiten - von Kaaden über das Gebirge nach Rodesfurt. Wir finden daher auf der ehemaligen Herrschaft Klösterle mehrere Orte (Okenau, Woslowitz, Tunkau, Redenitz, Horkau usw.) mit böhmischen Namen auf dem rechten Ufer der Eger, während uns am linken Ufer nur Wotsch entgegentritt. Wenn - was aber nicht urkundlich nachgewiesen ist - in Klösterle schon im 12. oder 13. Jahrhundert eine Probstei des Benediktinerstiftes von Postelberg bestand, so kann wohl mit aller Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß selben die Kultivierung der Gegend von Klösterle, Pürstein und Wotsch zu verdanken sei. Diese waren auch wohl Besitzer der ganzen Gegend. celý článek


Dějiny farního okrsku Boč od Nikolause von Ubanstadt

Dějiny farního okrsku Boč
Nikolaus von Ubanstadt

Farní okrsek je tvořen sídly Boč (Wotsch), Smilov (Mühlendorf), Malý Hrzín (Kleingrün), Srní (Boksgrün, Boxkgrün), Hrachová (Erbelstein) a Himlštejn (Himmelstein).
S prvním úsvitem dějin se nám průrva Ohře od Klášterce (Klösterle) po Ostrov (Schlackenwerth) jeví jako divoký prales. Nejstarší cesta z Kadaně (Kaaden) do Lokte (Elbogen) a Chebu (Eger) vedla - ještě za časů krále Jana II. (König Johanns Zveiten) - z Kadaně přes pohoří (Doupov) do Rodesfurtu. Proto nacházíme na bývalém kláštereckém panství více míst s českými jmény Okounov (Okenau), Oslovice (Woßlovitz), Tunkov (Tunkau), Radnice (Redenitz), Horka (Hankau) atd.) na pravém břehu Ohře (Eger), zatímco na levém potkáváme pouze Boč (Wotsch). Kdyby - což však není písemně prokázáno - bylo v Klášterci už ve 12. nebo ve 13. století proboštství postoloprtského kláštera Benediktinů, mohli bychom se vší pravděpodobností předpokládat, že to byli oni, komu vděčíme za kultivování kraje kolem kláštera Klášterce (Klösterle), Perštejna (Pürstein) a Boče (Wotsch), tím spíše, že byli vlastníky celé oblasti. celý článek